JOE JACKSON



Der britische Sänger und Pianist wird mit einer Band, deren Musiker sich aus der Rhythmusgruppe rekrutieren, mit der 1979 seine famosen ersten beiden Alben eingespielt wurden, seine unvergesslichen Hits aus drei Dekaden live im Gustav-Siegle-Haus präsentieren. Dieser Tage erscheint mit dem in genau dieser Dreiviertel-Originalbesetzung seiner ersten Band aufgenommenen „Rain“ das achtzehnte Studioalbum von Joe Jackson. Die Platte ist typisch für den Eklektizismus in Jacksons Karriere: melancholisch, aber auch humorvoll, voller Swing und Raffinesse, boshafter Gesellschaftskritik und echter Rocknummern. Der rote Faden ist die Schlichtheit, mit der Jacksons Stimme und seine charakteristischen Pianohooks, Mabys komplexe, melodiöse Bassläufe sowie Houghtons differenziertes Schlagzeugspiel eine Einheit bilden: die Trio-Konstellation ist – wie in einer sterndekorierten Küche – Reduktion auf die Essenz und rückt Jacksons Songwriting-Qualitäten in den Mittelpunkt. Wer das Trio mit Jacksons alten Weggefährten Graham Maby am Bass und Dave Houghton an den Drums bei den BW-Bank jazzopen 2006 erlebt hat, kann ermessen, dass sich hier eine Sensation anbahnt. Bereits zum Beginn seiner Karriere war Joe Jackson eine Figur des Übergangs, zunächst dem der 70er in die 80er Jahre: Sein von einer Mod- und Ska-Ästhetik getragener Power-Pop war unter New-Wave-Kids seinerzeit durchaus akzeptiert. Das mag verwundern, weil man sich kaum noch vorstellen kann, wie die Positivität seiner Post-Punk-Songs mit dem damaligen No-Future-Zeitgeist vereinbar gewesen sein soll. Trotzdem war „Look Sharp!“, sein Debütalbum von 1979, das unverzichtbare Partyutensil einer ganzen Generation, in jedem Haushalt zu finden. Kurz darauf erschien „I’m the Man“. Zusammen befestigten sie rasch sein Standing als zeitgemäß zorniger, junger Mann neben Graham Parker und Elvis Costello. Bereits früh zeigten sich aber auch die Jazz-Einflüsse in Jacksons Werk: Lange vor dem heutigen Swing-Revival hat er 1981 mit „Jumpin’ Jive“ als Pianist und Songwriter auch auf diesem Gebiet seine Spuren hinterlassen. Mit „Steppin’ Out“ aus dem auf das New York von Duke Ellington, George Gershwin und Cole Porter verweisenden Album „Night and Day“, das erstmals seine Keyboards ins Zentrum des Sounds stellte, gelang ihm drei Jahre später ein echter Evergreen: gültiger wurde das Glücksversprechen der hereinbrechenden Nacht, der künstlich beleuchteten Stadt seitdem selten auf den Punkt gebracht. Jackson ist in der Klassik genauso zuhause wie im Pop: Als klassisch ausgebildeter Musiker hat er ein feines Gespür für Arrangements und Harmonien, als Pub-Rocker der Punk-Ära das praktische Wissen um den Kick der Band und die Magie eingängiger Melodien entwickelt. Aus dieser Mischung von Erfahrung und Intuition entsteht ein unverwechselbares Unikat: ein Joe-Jackson-Song. Nach einigen zunehmend mehr auf Form-Konzepte der klassischen Musik ausgerichteten Pop-Alben in den 80ern wandte sich der Beethoven-Fan im Lauf der 90er für fast eine Dekade komplett der Instrumentalmusik zu. Mit „Night and Day II“ feierte er 2000 sein Comeback in der Welt der Popmusik. Bis zum heutigen Tag ist Jackson ein äußerst produktiver Künstler geblieben: Insgesamt hat er bislang annähernd 20 Studio- und Filmsoundtrack- sowie vier Live-Alben veröffentlicht. Für „Symphony No. 1“ wurde er 2001 mit dem Grammy für das beste instrumentale Pop-Album ausgezeichnet. Mit Graham Maby am Bass und Dave Houghton an den Drums hat er 2003 genau 25 Jahre nach „Look Sharp!“ das Album „Volume 4“ aufgenommen. Bereits anlässlich des 2000 erschienenen „Summer in the City: Live in New York“ wurde Jackson bescheinigt, seine und andere klassische Pophits in einer Trio-Formation besser denn je auf die Bühne zu bringen. Zu den gefeierten Auftritten des konzentrierten, spielfreudigen Trios stellte die Hannoversche Allgemeine Zeitung fest: „Gitarren? Wer solche Fachkräfte an seiner Seite weiß, braucht keine Gitarren“. Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung attestierte dem Grammy-Preisträger: „Ähnlich wie seine Generationsgenossen Paul Weller oder Elvis Costello ist Jackson auf dem Höhepunkt seines Könnens.“

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