MARK WYAND



Erst kürzlich war Mark Wyand als Mitglied der SWR Big Band zusammen mit Torsten Goods bei den jazzopen nights stuttgart im Mercedes-Benz Museum zu erleben, nun kommt er als Bandleader nach Stuttgart und stellt im Rahmen des boomtown jazzfestival stuttgart seine aktuelles Album „Hidden Hill“ vor. Mark Wyand gilt mittlerweile als einer der bemerkenswertesten Tenorsaxophonisten der zeitgenössischen deutschen Jazzszene. Eine äußerst sensible, luzide Handschrift prägt den Stil des 34-jährigen Musikers und Komponisten. In seiner Musik verbinden sich Transparenz und Tiefe zu einer ruhigen und meditativen Atmosphäre. 1974 in Bishop Auckland (England) geboren, wuchs er von seinem sechsten Lebensjahr an in Deutschland auf, wo er eine umfangreiche musikalische Ausbildung zuerst auf dem Klavier und später auf dem Saxophon erhalten hat. Mit 18 Jahren besuchte Mark Wyand das Meistersinger Konservatorium in Nürnberg und war Mitglied des Landes- und Bundesjugendjazzorchesters. Nach dem Abitur wechselte er von der Musikhochschule Köln nach Würzburg und letztlich an die Hochschule für Musik ’Hanns Eisler’ in Berlin, wo er im Jahr 2000 sein Studium mit Auszeichnung abschloss. Er wurde unter anderem von Leszeck Zadlo, Wolfgang Engstfeld und John Ruocco unterrichtet. Seither lebt Wyand als freischaffender Saxophonist in Berlin. Zudem führten ihn Tourneen durch Europa, Amerika und Südafrika. Als eigenständiger Solist und vielseitiger Musiker arbeitet er mit den verschiedensten Formationen aus dem Jazz-, Pop- und Klassikbereich zusammen und wirkte ferner bei zahlreichen CD-, TV- und Rundfunkproduktionen mit. Seine Konzerte und Aufnahmen brachten ihn beispielsweise mit folgenden Musikerpersönlichkeiten und Ensembles auf die Bühne: Kenny Wheeler, Jim McNeely, Clark Terry, Till Brönner, Popsänger Robbie Williams, Klaus Doldinger, Gerard Presencer, Johannes Enders, dem Summit Jazz Orchestra, der Rias-Bigband, dem Deutschen Sinfonieorchester (DSO), dem Radiosinfonieorchester Berlin (RSB) und dem Berliner Saxophonensemble. Zwischen 1997 und 2000 besuchte Mark Wyand regelmäßig für längere Aufenthalte Kapstadt, wo er sich durch Konzerte mit südafrikanischen Musikern wie Winston Mankunku, Basil Moses, Kevin Gibson oder Jimmy Dlulu inspirieren ließ. 2004 veröffentlichte er mit „Lucid Dream“ (Mons Records) sein Debüt als Bandleader. Mit seinem hoch gelobten, von Till Brönner produzierten SonyBMG-Debüt „Eye To Eye“ hat er 2007 der Kunst der Jazzballade zu neuer Blüte verholfen. Jetzt ist Mark Wyand noch einen entscheidenden Schritt weitergegangen: so extrovertiert und freigeistig, wie der Bandleader bei seinen Liveauftritten klingen kann, so introvertiert und kontemplativ wirkt sein im September 2008 erschienenes Studioalbum „Hidden Hill“, das er erneut gemeinsam mit Till Brönner produziert hat. Der metaphorische Albumtitel steht laut Wyand für einen „Ort der Stille und Zurückgezogenheit“ und aus dieser inneren Versenkung heraus hat er das neue Werk auch in Angriff genommen. Neben sieben Eigenkompositionen enthält „Hidden Hill“ vier Interpretationen von Songs aus fremder Feder: die beiden Standards „Once Upon A Summertime“ von Michel Legrand und „Dearly Beloved“ von Johnny Mercer und Jerome Kern sowie „Jóga“ von der isländischen Pop-Avantgardistin Björk und „Paper Bag“ von Goldfrapp. „Eine Bilderreise von sublimer Finesse. Dass es dem Klang von Mark Wyand dabei gelingt, so weit auseinander liegende Kompositionen wie den Johnny Mercer/Jerome Kern-Standard ‘Dearly beloved‘ sowie Björks Pop-Elegie ‘Jóga‘ in eine in sich zusammenhängende und schlüssige ästhetische Konzeption einzufügen, spricht für die eigenständige Klasse eines ausgezeichneten Albums“, attestierte das JAZZ PODIUM dieser Zusammenstellung. Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung jubelte gar: „Ein fabelhaftes Album ohne Beispiel in der jüngeren Jazzgeschichte.“ Tatsächlich gelingt es Wyand auf „Hidden Hill“, einen organischen, lyrischen Ton zu entwickeln, der jeden Atemzug spürbar macht und jenseits aller Candle-Light-Klischees einen fragilen Jazzimpressionismus realisiert, der dennoch Kraft und Verbindlichkeit ausstrahlt. Völlig zu Recht resümiert die Jazzthethik: „'Hidden Hill' ist ein innerer Rückzugsort, der Ruhe und Kraft schöpfen lässt. Dennoch ist eine hohe Energiedichte spürbar.“

LINE-UP
Mark Wyand (sax)
Frank Woeste (piano)
Andreas Edelmann (bass)
Sebastian Merk (drums)

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