PANZERBALLETT



Die Zeit titulierte Panzerballett bereits als „Rammstein des Jazz“. Vielleicht ist diese Zuschreibung etwas überspitzt, aber im Kern bringt es den Ansatz der Münchner Band treffend auf den Punkt. Der filigran-brachiale Name beschreibt in einem Wort die musikalische Bandbreite und Funktionsweise von Panzerballett, die sich dann auch in ihrem Umgang mit musikalischen Genres zeigt. Ohne Mühe werden hier scheinbar unüberwindbare Grenzen überschritten und nebenbei klingt die Kunstform Jazz auch für ein junges Publikum wieder spannend und sexy. Dabei mutet es auf Anhieb sicher tollkühn an, ausgerechnet Jazz und Heavy Metal zusammenzuspannen. Doch der 30-jährige Jan Zehrfeld, kompositorisches Mastermind von Panzerballett, gehört eben zu der Generation von Musikern, die von mehr als nur einem Musikstil sozialisiert wurden. Bereits als Jugendlicher konnte er sich für harten Rock ebenso begeistern wie für Jazz. Dieses dualistische Prinzip spiegelt sich auch in seiner zunächst als Cellist begonnenen, dann auf die Gitarre konzentrierten Karriere: Zehrfeld studierte zunächst in Graz, Helsinki sowie München Jazzgitarre und absolvierte dann die Stationen eines talentierten Jazzers, von Peter Herbolzheimers Bundesjazzorchester bis zu Klaus Doldingers Passport. Mit dem Hilliard Ensemble arbeitete er unlängst an Arvo-Pärt-Bearbeitungen. Die zumindest in Deutschland wenig verbreitete Kombination von Härte, Komplexität und Improvisation kulminiert nun seit bald vier Jahren in Panzerballett, dem Versuch, „die Geschmeidigkeit und das Schwebende des Balletts mit der Kraft und dem Krachen eines Panzers zu verbinden“, wie es Zehrfeld formuliert. Bereits auf dem vor zwei Jahren erschienenen Debütalbum „Panzerballett“ ließ sich das gut an: Von Beginn an erstaunt bei diesem an der Kompositionstechnik von Frank Zappa geschulten Ansatz, wie die Band die aggressive Härte des Heavy Metal und die subtile Feinfühligkeit des Jazz gleichzeitig in den Griff bekommt. Für das im Februar 2008 veröffentlichte ACT-Debüt „Starke Stücke“ konzentrierte sich Zehrfeld auf Anregung von Siggi Loch erstmals nicht nur auf Eigenkompositionen, sondern wagte sich auch an Standards – aus Rock wie Jazz, versteht sich. So findet man „Pink Panther“ von Henry Mancini neben „Smoke On The Water“ von Deep Purple, dem AC/DC-Hit „Thunderstruck“ oder dem Welterfolg „Paranoid“ der Heavy-Metal-Kultband Black Sabbath. Auch Joe Zawinuls „Birdland“ wird von Zehrfeld ebenso kunstvoll dekonstruiert und auf völlig eigene Art neu zusammengesetzt wie „Wind Of Change“ von den Scorpions. „Ich habe mich bei der Auswahl schnell für extrem Bekanntes entschieden“, sagt Zehrfeld. „Das umso gnadenloser zu verfremden, ist für uns wie für den Hörer am spannendsten.“ Eine Einschätzung, die auch von der Presse uneingeschränkt geteilt wird: „Die Band verbindet die rhythmischen Staccato-Attacken und wummernden Gitarren-Sounds des Metal mit jazzigen Grooves und mit Soli auf höchstem Niveau. Das klingt umwerfend“, befand DER SPIEGEL. „Der schönste CD-Wahnsinn des Frühjahrs“, jubelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Und die Stuttgarter Nachrichten fassten zusammen: „Gewalt und Zartheit, Kettenhemd und Tutu in einem Wort: Panzerballett. Was rollt da auf uns zu? Etwas Unerhörtes. Knallharter Schwermetalljazz.“ Mehr denn je gilt für dieses Panzerballett die Devise: Headbangen mit Köpfchen! In einer Stuttgart-Premiere stellen Panzerballett im Rahmen des boomtown jazzfestival stuttgart ihre Eigenkompositionen sowie „fremdverkrasste“ Titel im BIX Jazzclub vor.

LINE-UP
Jan Zehrfeld – Gitarre
Martin Mayrhofer – Gitarre
Gregor Bürger – Saxophon
Heiko Jung – Bass
Sebastian Lanser – Schlagzeug

Bestätigte Künstler - boomtown 2008

29.01.2009
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